Vergiftung beim Hund: Symptome & Sofortmaßnahmen
Eine Vergiftung beim Hund ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der innerhalb weniger Stunden tödlich enden kann. Vergiftungen zählen zu den häufigsten Notfällen in deutschen Tierarztpraxen – ausgelöst durch Giftköder, giftige Lebensmittel, Haushaltschemikalien oder Pflanzen. Die Symptome reichen von Erbrechen und Durchfall über Zittern und Krämpfe bis hin zu Bewusstlosigkeit und Organversagen. Entscheidend ist die Geschwindigkeit: Je schneller die Vergiftungserscheinungen erkannt und behandelt werden, desto höher sind die Überlebenschancen.

⚡ Das Wichtigste in Kürze
- Vergiftungssymptome treten je nach Giftstoff innerhalb von 30 Minuten bis 5 Tagen auf
- Häufigste Ursachen: Giftköder, Schokolade, Rattengift, Schneckenkorn und Medikamente
- Niemals eigenständig Erbrechen auslösen – kann die Vergiftung verschlimmern
- Aktivkohle (1 g/kg) nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt verabreichen
- Bei Verdacht sofort zum Tierarzt – auch ohne sichtbare Symptome
Sofort den Tierarzt oder die Tierklinik mit 24-Stunden-Notdienst kontaktieren. Niemals eigenständig Erbrechen auslösen! Giftstoff, aufgenommene Menge und Zeitpunkt notieren.
Vergiftung beim Hund: Symptome erkennen
Die Symptome einer Vergiftung beim Hund lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen: Magen-Darm-Symptome, neurologische Symptome und Herz-Kreislauf-Symptome. Welche Vergiftungserscheinungen auftreten, hängt von der Art des aufgenommenen Giftstoffs und der Menge ab.
Magen-Darm
Erbrechen, Durchfall, Speicheln, Bauchschmerzen, blutiger Stuhl
Neurologisch
Zittern, Krämpfe, Taumeln, Koordinationsverlust, Bewusstlosigkeit
Herz-Kreislauf
Herzrasen, Atemnot, blasses Zahnfleisch, Kreislaufversagen
Magen-Darm-Symptome
Erbrechen und Durchfall sind die häufigsten ersten Anzeichen und treten bei nahezu allen Giftstoffen auf. Starkes Speicheln (Hypersalivation) deutet darauf hin, dass der Körper versucht, den Giftstoff loszuwerden. Blutiges Erbrechen oder blutiger Durchfall sind besonders alarmierende Signale, die auf innere Verletzungen oder Gerinnungsstörungen hinweisen. Sichtbare Bauchschmerzen – erkennbar an einem angespannten Bauch und einer gekrümmten Körperhaltung – treten ebenfalls häufig auf.
Neurologische Vergiftungserscheinungen
Neurologische Symptome treten bei Giftstoffen auf, die das zentrale Nervensystem angreifen – etwa Schneckenkorn (Metaldehyd), bestimmte Pflanzenschutzmittel oder Frostschutzmittel (Ethylenglykol). Typische Anzeichen sind Zittern, Muskelkrämpfe, Taumeln, Koordinationsverlust und im schweren Verlauf Bewusstlosigkeit. Veränderte Pupillen (verengt oder geweitet) sind ein weiteres neurologisches Warnsignal.
Herz-Kreislauf- und Atemsymptome
Herzrasen, verlangsamter Puls oder Atemnot deuten auf eine fortgeschrittene Vergiftung hin. Blasses oder bläuliches Zahnfleisch zeigt an, dass der Kreislauf stark beeinträchtigt ist. Eine verlängerte kapilläre Rückfüllzeit am Zahnfleisch – normal sind unter 2 Sekunden – ist ein wichtiger Indikator für Kreislaufversagen.
Symptome nach Giftstoff
| Giftstoff | Typische Symptome | Zeitfenster | Schweregrad |
|---|---|---|---|
| Rattengift | Blasses Zahnfleisch, innere Blutungen, Schwäche | 3–5 Tage | Lebensbedrohlich |
| Schneckenkorn | Krämpfe, Zittern, Fieber über 41 °C, Speicheln | 30 Min – 3 Std | Lebensbedrohlich |
| Schokolade | Erbrechen, Durchfall, Herzrasen, Hyperaktivität | 2–12 Std | Mittel bis schwer |
| Weintrauben/Rosinen | Erbrechen, Durchfall, Nierenversagen | 6–24 Std | Lebensbedrohlich |
| Frostschutzmittel | Taumeln, Erbrechen, Nierenversagen, Koma | 30 Min – 12 Std | Lebensbedrohlich |
| Zwiebeln/Knoblauch | Erbrechen, Durchfall, Blutarmut, dunkler Urin | 1–5 Tage | Mittel bis schwer |
Schleichende Vergiftung beim Hund
Eine schleichende Vergiftung ist besonders gefährlich, weil die Symptome erst Tage nach der Giftaufnahme auftreten. Rattengift ist der häufigste Auslöser. Die enthaltenen Cumarin-Derivate (Antikoagulanzien) hemmen die Blutgerinnung – ein Prozess, der 3 bis 5 Tage dauert, bis sich erkennbare Symptome zeigen.
Blasses oder weißliches Zahnfleisch ist eines der frühesten Anzeichen einer Rattengiftvergiftung. Der Zahnfleisch-Check funktioniert so: Auf das Zahnfleisch drücken und loslassen – färbt es sich nicht innerhalb von 2 Sekunden wieder rosa, liegt möglicherweise eine Gerinnungsstörung vor. Weitere Symptome sind unerklärliche Blutergüsse, Nasenbluten, blutiger Stuhl oder Urin sowie zunehmende Schwäche.
Rattengift hemmt die Vitamin-K-abhängige Blutgerinnung. Vergiftungserscheinungen zeigen sich erst nach 3 bis 5 Tagen durch innere Blutungen. Ohne Behandlung mit Vitamin K kann die Vergiftung tödlich verlaufen. Bei Verdacht sofort den Tierarzt aufsuchen – auch wenn der Hund noch keine Symptome zeigt.
Wann treten Vergiftungssymptome auf?
Der Zeitpunkt variiert zwischen 30 Minuten und mehreren Tagen – abhängig vom Giftstoff und der aufgenommenen Menge.
Zeitlicher Verlauf
30 Min – 3 Std
Schneckenkorn: Krämpfe, Zittern, Fieber über 41 °C. Metaldehyd passiert die Blut-Hirn-Schranke schnell.
2–12 Stunden
Schokolade, Xylit, Frostschutzmittel: Erbrechen, Durchfall, Herzrasen. Bei Xylit Blutzuckerabfall nach 30–60 Min.
6–24 Stunden
Weintrauben, Rosinen, Zwiebeln: Akutes Nierenversagen möglich. Blutarmut zeigt sich oft erst nach 1–5 Tagen.
3–5 Tage
Rattengift: Schleichende Vergiftung durch Hemmung der Blutgerinnung. Blasses Zahnfleisch, Nasenbluten, Schwäche.
Häufigste Ursachen einer Vergiftung beim Hund
Schokolade
Theobromin – bereits 20 mg/kg gefährlich
Trauben & Rosinen
Schon kleine Mengen können Nierenversagen auslösen
Xylit (Birkenzucker)
Extremer Blutzuckerabfall und Leberversagen
Zwiebeln & Knoblauch
Zerstören rote Blutkörperchen – auch gekocht giftig
Rattengift
Verhindert Blutgerinnung – Symptome erst nach 3–5 Tagen
Medikamente
Ibuprofen, Paracetamol – für Hunde hochgiftig
Giftige Lebensmittel
Schokolade gehört zu den häufigsten Vergiftungsursachen im Haushalt. Das enthaltene Theobromin ist für Hunde toxisch – bereits ab 15 mg/kg Körpergewicht können Vergiftungserscheinungen auftreten. Dunkle Schokolade enthält 20- bis 25-mal mehr Theobromin als Vollmilchschokolade.
Weintrauben und Rosinen können innerhalb von 24 Stunden ein akutes Nierenversagen verursachen. Die individuelle Empfindlichkeit variiert stark – bei manchen Hunden reichen bereits wenige Trauben. Rosinen sind aufgrund der Konzentration noch gefährlicher als frische Trauben.
Xylit (Birkenzucker) ist ein Süßstoff in zuckerfreien Kaugummis, Süßigkeiten und Zahnpasta, der bei Hunden innerhalb von 30–60 Minuten einen massiven Insulinschock auslösen kann. Bereits 0,1 g pro Kilogramm Körpergewicht kann zu einem lebensbedrohlichen Blutzuckerabfall führen.
Zwiebeln und Knoblauch enthalten Schwefelverbindungen (Thiosulfate), die rote Blutkörperchen zerstören und zu Blutarmut führen. Auch gekochte, gebratene oder getrocknete Zwiebeln sind toxisch – das Kochen deaktiviert die giftigen Verbindungen nicht. Bereits 5 g Zwiebel pro Kilogramm Körpergewicht gelten als toxisch.
Giftköder, Rattengift und Haushaltschemikalien
Giftköder sind mit Gift präparierte Fleischstücke oder Leckerlis, die gezielt in Parks und Grünanlagen ausgelegt werden. Häufig verwendete Giftstoffe sind Rattengift, Schneckenkorn oder Strychnin. Das Erkennen von Giftködern ist schwierig, da sie oft in Gebüschen oder an Wegrändern versteckt werden.
Rattengift (Rodentizide) mit Cumarin-Derivaten hemmt die Vitamin-K-abhängige Blutgerinnung. Die tödliche Dosis liegt je nach Wirkstoff bei 0,2–3 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Die Giftwirkung tritt verzögert auf.
Schneckenkorn mit Metaldehyd gehört zu den am schnellsten wirkenden Giftstoffen. Die Körpertemperatur kann auf über 41 °C ansteigen, was ein Multiorganversagen verursachen kann. Hunde, die die ersten 24 Stunden überstehen, haben in der Regel gute Überlebenschancen.
Frostschutzmittel (Ethylenglykol) schmeckt süßlich und wird von Hunden gerne aufgenommen. Bereits 4,4 ml pro Kilogramm können tödlich sein. Die Vergiftung verläuft in drei Phasen: zunächst Taumeln und Erbrechen, dann scheinbare Besserung, schließlich akutes Nierenversagen nach 36–72 Stunden.
Giftige Pflanzen
Zu den besonders gefährlichen Pflanzen gehören:
- Oleander: Bereits wenige Blätter können tödlich sein
- Eibe: Alle Pflanzenteile hochgiftig
- Herbstzeitlose: Enthält das tödliche Alkaloid Colchicin
- Fingerhut: Herzglykoside verursachen Herzrhythmusstörungen
- Maiglöckchen: Ebenfalls Herzglykoside
- Rhododendron: Erbrechen und Herzrhythmusstörungen
Medikamentenvergiftung
Humanmedikamente wie Ibuprofen, Diclofenac und Paracetamol können bei Hunden schon in geringen Dosen Nieren- und Leberschäden verursachen. Paracetamol ist bereits ab 150 mg pro Kilogramm potenziell tödlich. Medikamente sollten grundsätzlich für Hunde unzugänglich aufbewahrt werden.

Erste Hilfe bei Vergiftung: Sofortmaßnahmen
Bei Verdacht auf eine Vergiftung zählt jede Minute. Die folgenden Sofortmaßnahmen können die Überlebenschancen entscheidend verbessern – ersetzen aber nicht die tierärztliche Behandlung.
Ruhe bewahren
Situation erfassen, Giftstoff und Menge notieren, Giftreste aus dem Maul entfernen
Tierarzt anrufen
Sofort Tierklinik oder Notdienst kontaktieren – auch ohne Symptome
Erste Hilfe leisten
Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage. Aktivkohle nur nach Rücksprache
Zum Tierarzt fahren
Giftreste, Verpackung und Erbrochenes mitnehmen. Zweite Person einplanen
Salzwasser, Milch oder Hausmittel können eine Vergiftung verschlimmern. Bei ätzenden Substanzen besteht Verätzungsgefahr der Speiseröhre. Das Auslösen von Erbrechen darf ausschließlich durch den Tierarzt erfolgen.
Warum kein Erbrechen auslösen?
Das eigenständige Auslösen von Erbrechen ist in den meisten Fällen kontraproduktiv und gefährlich. Bei ätzenden Substanzen wie Reinigungsmitteln oder Säuren würde Erbrechen die Speiseröhre zusätzlich verätzen. Bei bewusstlosen oder krampfenden Hunden besteht die Gefahr der Aspiration – das Einatmen von Erbrochenem in die Lunge.
Auch die Verabreichung von Milch oder Speiseöl ist kontraindiziert. Milch kann die Aufnahme bestimmter Giftstoffe sogar beschleunigen. Kochsalzlösung zum Erbrechen ist ebenfalls riskant, da eine Überdosierung zu einer Kochsalzvergiftung führen kann.
Aktivkohle richtig einsetzen
Aktivkohle kann Giftstoffe im Magen-Darm-Trakt binden und deren Aufnahme in den Blutkreislauf reduzieren. Die empfohlene Dosierung beträgt 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Die Verabreichung sollte innerhalb der ersten 2 Stunden nach Giftaufnahme erfolgen.
Aktivkohle ist unwirksam bei Säuren, Laugen, Alkoholen, bestimmten Metallen und Petroleumprodukten. Nur nach telefonischer Rücksprache mit dem Tierarzt verabreichen – niemals bei Schluckbeschwerden, Bewusstlosigkeit oder Verdacht auf Darmverschluss.
Tierärztliche Behandlung
Die Behandlung folgt einem mehrstufigen Protokoll: Stabilisierung des Kreislaufs, Entfernung des Giftstoffs und symptomatische Therapie. Der Behandlungserfolg hängt maßgeblich davon ab, wie schnell der Hund in die Praxis gebracht wird.
Liegt die Giftaufnahme weniger als 2 Stunden zurück, kann der Tierarzt durch ein Brechmittel (Apomorphin) oder eine Magenspülung den Giftstoff entfernen. Ergänzend wird häufig Aktivkohle über eine Magensonde verabreicht. Bei schweren Vergiftungen folgt eine stationäre Aufnahme mit Infusionstherapie und Überwachung der Organfunktionen.
Bei Rattengiftvergiftungen besteht die Therapie in der Verabreichung von Vitamin K1 über 4–6 Wochen. Bluttransfusionen können bei inneren Blutungen erforderlich sein. Bei Schneckenkornvergiftungen stehen krampflösende Medikamente und Maßnahmen zur Temperatursenkung im Vordergrund.
Behandlungskosten
| Behandlung | Geschätzte Kosten |
|---|---|
| Notfall-Untersuchung | 50–120 Euro |
| Brechmittel und Magenspülung | 100–300 Euro |
| Blutuntersuchung | 80–200 Euro |
| Stationäre Überwachung (1–3 Tage) | 300–1.500 Euro |
| Gesamtkosten (schwere Vergiftung) | 500–2.500 Euro+ |
Überlebenschancen
Die Überlebenschancen hängen von drei Faktoren ab: Art des Giftstoffs, aufgenommene Menge und Zeitspanne zwischen Giftaufnahme und Behandlungsbeginn. Hat ein Hund die ersten 24 Stunden mit tierärztlicher Unterstützung überstanden, bestehen in vielen Fällen gute Prognosen.
✅ Gute Prognose bei…
- Behandlungsbeginn innerhalb von 2 Stunden
- Schneckenkorn – nach Überstehen der ersten 24 Stunden
- Schokolade – bei rechtzeitiger Dekontamination
- Rattengift – bei Vitamin-K-Therapie vor Symptombeginn
❌ Schlechte Prognose bei…
- Rattengift – Behandlung erst nach Symptomen
- Frostschutzmittel – Behandlung später als 8 Stunden
- Organversagen bereits eingetreten
- Unbekannter Giftstoff in großer Menge
Vergiftung vorbeugen
Giftköder erkennen und vermeiden
Anti-Giftköder-Training durch qualifizierte Hundetrainer ist die wirksamste Präventionsmaßnahme. Der Hund lernt dabei, gefundene Gegenstände anzuzeigen statt aufzunehmen. Zusätzlich helfen folgende Maßnahmen:
- Den Hund beim Spaziergang aufmerksam beobachten
- Örtliche Warn-Gruppen in sozialen Medien verfolgen
- Bekannte Giftköder-Gebiete meiden
- Einen Maulkorb verwenden, wenn der Hund zum unkontrollierten Fressen neigt
Haushalt hundesicher gestalten
Medikamente, Reinigungsmittel, Pflanzenschutzmittel und Frostschutzmittel gehören in verschlossene Schränke. Giftige Zimmerpflanzen wie Oleander, Dieffenbachie oder Philodendron sollten aus der Reichweite des Hundes entfernt oder durch ungiftige Alternativen ersetzt werden.
Notfallnummern bereithalten
Die Nummer der nächsten Tierklinik mit Notdienst sollte im Handy gespeichert sein. Zusätzliche Hilfe bieten:
- Giftnotrufzentrale Berlin: 030 19240
- Giftnotruf München: 089 19240
Erste-Hilfe-Set für den Vergiftungsnotfall
Ein gut ausgestattetes Notfall-Set kann wertvolle Zeit sparen:
✅ Erste-Hilfe-Set für den Vergiftungsnotfall
Fazit
Eine Vergiftung beim Hund erfordert immer sofortiges Handeln – unabhängig davon, ob bereits Symptome sichtbar sind oder lediglich ein Verdacht besteht. Die wichtigste Regel: Bei jedem Vergiftungsverdacht sofort den Tierarzt kontaktieren und den Hund schnellstmöglich in die Praxis bringen.
Das Wissen über die häufigsten Giftstoffe, deren typische Symptome und die korrekten Erste-Hilfe-Maßnahmen kann im Ernstfall den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Prävention durch ein hundesicheres Zuhause, Anti-Giftköder-Training und ein griffbereites Erste-Hilfe-Set sind die besten Maßnahmen, um eine Vergiftung von vornherein zu verhindern.
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Häufig gestellte Fragen
Wie schnell zeigen sich Vergiftungssymptome beim Hund?
Die Zeitspanne variiert stark je nach Giftstoff. Schneckenkorn wirkt bereits nach 30 Minuten bis 3 Stunden, Schokolade nach 2–12 Stunden, Rattengift hingegen erst nach 3–5 Tagen. Die Menge und Größe des Hundes beeinflussen den Verlauf zusätzlich.
Was tun bei Verdacht auf eine Vergiftung beim Hund?
Sofort den Tierarzt oder die nächste Tierklinik kontaktieren. Den Hund ruhig halten, mögliche Giftreste sichern und mitnehmen. Auf keinen Fall eigenständig Erbrechen auslösen. Aktivkohle nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt verabreichen.
Welche Lebensmittel sind giftig für Hunde?
Zu den giftigen Lebensmitteln zählen Schokolade, Weintrauben und Rosinen, Zwiebeln und Knoblauch, Avocado, Macadamianüsse, Alkohol, Xylit (Birkenzucker) sowie koffeinhaltige Getränke. Bereits kleine Mengen können schwere Vergiftungen auslösen.
Wie erkennt man eine schleichende Vergiftung beim Hund?
Typische Anzeichen sind zunehmende Mattigkeit, Appetitlosigkeit, blasses oder weißliches Zahnfleisch, spontane Blutungen und allgemeine Schwäche. Rattengift ist der häufigste Auslöser – die Symptome treten erst 3–5 Tage nach der Aufnahme auf.
Wie hoch sind die Überlebenschancen bei einer Vergiftung beim Hund?
Die Überlebenschancen hängen vom Giftstoff, der aufgenommenen Menge und der Schnelligkeit der Behandlung ab. Bei rechtzeitiger tierärztlicher Versorgung innerhalb der ersten 2 Stunden liegen die Chancen deutlich höher. Rattengift hat bei später Behandlung eine schlechte Prognose, während Schneckenkorn-Vergiftungen nach Überstehen der ersten 24 Stunden meist gut ausgehen.
Soll man den Hund bei Vergiftung zum Erbrechen bringen?
Nein, in den meisten Fällen ist das eigenständige Auslösen von Erbrechen kontraproduktiv und gefährlich. Bei ätzenden Substanzen würde Erbrechen die Speiseröhre zusätzlich schädigen. Das Auslösen von Erbrechen sollte ausschließlich dem Tierarzt überlassen werden.
Wie schützt man seinen Hund vor Giftködern?
Die wirksamste Maßnahme ist ein professionelles Anti-Giftköder-Training. Zusätzlich hilft es, den Hund beim Spaziergang aufmerksam zu beobachten, lokale Warngruppen in sozialen Medien zu verfolgen und bekannte Giftköder-Gebiete zu meiden. Ein Maulkorb kann sinnvoll sein, wenn der Hund zum unkontrollierten Fressen neigt.
Quellen
- [1] Bundestierärztekammer – Vergiftung beim Hund: Richtig helfen
- [2] AniCura – Vergiftungen des Hundes
- [3] Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich – CliniTox Datenbank
- [4] ADAC – Vergiftung beim Hund: Symptome und Erste Hilfe
- [5] SantéVet – Vergiftung beim Hund: Symptome und Erste Hilfe
- [6] AGILA – Vergiftung bei Hunden erkennen, behandeln und vorbeugen
- [7] Giftnotrufzentrale Berlin (030 19240)
- [8] Giftnotruf München (089 19240)